Einen temporeichen, pointierten und sehr informativen Vortrag hat Alfred Hugger am vergangenen Donnerstag im vollbesetzten Lichthof des Alten Klosters gehalten. Auf Einladung des Fördervereins „Freunde des Störck-Gymnasiums“ mit seinem Vorsitzenden Michael Roensch, der die Zuhörer begrüßte, und Organisator Franz Schweizer referierte er über seinen eigenen Werdegang vom Störck-Abiturienten bis zum Dienstgrad des Oberstleutnants, den er derzeit inne hat. Humorvoll blickte er zunächst auf seine Schulzeit zurück. „Man durfte damals in der Abiturprüfung ja nicht weiter als vier Notenpunkte von der Anmeldenote entfernt sein, sonst musste man ins Mündliche“. Er musste. „Ob ich drunter oder drüber war“, diese Einschätzung überließ er dem Publikum. Man habe ihm am Ende nur gesagt „Hugger, das wird nichts“. Für die jungen Abiturienten hatte der Oberstleutnant einen Tipp mit Augenzwinkern parat: „Lernt viel und seid fleißig, sonst müsst ihr irgendwann hier ein Referat halten“..
Um die Bundeswehr zu verstehen, müsse man sich „ihr Geschichte genauer ansehen“. Profund erklärte Hugger die zentralen Meilensteine der Bundeswehr-Historie, von ihrer Gründung 1955 als Parlamentsarmee und ihre Rolle im Kalten Krieg und in der NATO. Im Zuge der Wiedervereinigung habe die Bundeswehr vermehrt friedenssichernde Auslandseinsätze geleistet. In den 90er Jahren im Balkankrieg, dann im Anschluss an den 11. September 2001 die Mission in Afghanistan, schließlich auch Mali. An letzteren beiden habe er selbst mehrere Monate mitgewirkt. „Man kann allerdings Afghanistan nicht mit dem Balkankrieg vergleichen, denn die Begebenheiten waren dort einfach vollkommen andere“. Die von Olaf Scholz nach dem Überfall der Russischen Föderation auf die Ukraine ausgerufene Zeitenwende betreffe die Bundeswehr in besonderem Maße. Zum Einen bilde man vermehrt Ukrainische Soldaten in einer Grundausbildung in Deutschland aus. Statt der Auslandseinsätze rücke jetzt zudem „die Landesverteidigung wieder in den Fokus“. Dies erfordere eine immense Anpassungsleistung der Truppe. „Was gestern noch richtig war, muss schon heute nicht mehr unbedingt gelten“.







