Es war eine fulminante Rückkehr an den Ort, an dem einst alles begann: Für einen Konzertabend mit großartiger Musik und ganz persönlichen Anekdoten kamen Jeanette und Jan Röck auf Einladung des Fördervereins „Freunde des Störck-Gymnasiums“ am vergangenen Freitag zurück in ihre Bad Saulgauer Heimat, wo einst ihre musikalische Reise begonnen hatte, bevor sie ihre Karrieren als Sängerin und Pianist auf Bühnen rund um den Globus führten. „Bei uns zuhause war eigentlich überall Musik“, erinnerte sich ja Röck auf die erste Interviewfrage von Franz Schweizer, der nach einer Begrüßung durch die neue Vereinsvorsitzende Julia Rauch den Abend im gut besuchten Lichthof des Alten Klosters moderierte, an seine Kindheit. „Unser Vater spielte neben der Ziehharmonika oft Orgel in der Kirche“. Schnell lernten die Kinder das Flöte spielen, Jan entdeckte das Klavier für sich, Jeanette trat der Mädchenkantorei bei, nahm Gesangsstunden. „Dass Frau Marschall an mich geglaubt hat, auch bei der Vergabe von Soli“ sei für sie von besonderer Wichtigkeit gewesen, erklärte sie. Beide engagierten sich bei den Donaulerchen. Gemeinsam gründeten die vier Geschwister Jan, Jeanette, Manuela und Jimmy das Röck Quartett, traten auf Hochzeiten und anderen Feiern auf. „Damit verdienten wir als Schüler etwas Geld“, sagte Jan und seine Schwester ergänzte: „So entstand auch die Idee für den ersten Konzertabend Abiphoniker, der noch heute am Störck Gymnasium eine wichtige Rolle spielt“. Mit George Gershwins „Summertime“ und dem Volkslied „Kein schöner Land“, später „You raise me up“ und dem besonders berührenden "Ave Maria" von William Gomez gaben die beiden Kostproben ihres musikalischen Schaffens und erhielten lang anhaltenden Applaus. Auch gaben die Geschwister Einblicke ihre Studienzeit. Jan studierte in Karlsruhe, bekam später mehrere Engagements an verschiedenen Theatern. „Einmal war ich auf einem Kreuzfahrtschiff engagiert“, plauderte er, „auf dem auch Udo Jürgens war“. Die Begegnung werde er nie vergessen, ebenso wie die Zeit, als er Johannes Heesters Abend für Abend begleitete. „Da habe ich wirklich Improvisieren gelernt“, sagte er schmunzelnd und ließ es sich nicht nehmen, mit begnadeter Virtuosität am Flügel zu improvisieren. Jeanette studierte in Italien und Wien, es folgten Konzertreisen unter anderem nach Madrid, Zagreb, Sofia und ein Auftritt im weltbekannten Wiener Musikverein. „Bei einem Konzert in Wien habe ich dann einmal zufällig meinen alten Mathelehrer Rudolf Lehn getroffen“. Dabei habe sie sich zurückerinnert, wie schön die Zeit am Störck gewesen war. „Wie unkompliziert wir immer freigestellt worden sind, um unserer Musik nachzugehen“, dafür seien sie noch heute dankbar, erklärten die beiden. Heute widmen sich die beiden ganz unterschiedlichen Projekten. Jan arbeitet in einem Gymnasium in München, begleitet die Sängerin Asita Djavadi bei unterschiedlichen Konzertkonzepten. Jeanette ist Fachgruppenleiterin Gesang an einer Musikschule in St. Pölten. Gemeinsam haben die beiden ein Album voller eigener Interpretationen unterschiedlicher Kinderlieder herausgebracht. Bei „Der Mond ist aufgegangen" und "Ade zur guten Nacht" stimmte das Publikum schließlich gemeinsam mit ein – ein besonderer Schluss für einen ganz besonderen Abend.







