Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele
Theatermobilespiele aus Karlsruhe spielt „Kafka: eine Collage“ am Störck-Gymnasium


Es klingelt. Der Deutschunterricht beginnt. Die knapp 100 Schüler der Jahrgangsstufe zwei betreten das Klassenzimmer. Doch etwas ist anders an diesem Morgen. Die Tafel ist mit schwarzen Tüchern verhängt, in der Mitte des Raumes hängt eine Frauenhaarperücke und auf dem Boden befindet sich beschriebenes Papier. „Willkommen bei Kafka – eine Kollage“, mit diesen Worten begrüßt Regisseur Thorsten Kreilos die Anwesenden. „Heute werden wir den Versuch eines Blicks in Franz Kafkas Seelenleben unternehmen. Alle gesprochenen Worte sind Originalzitate aus seinen Briefen und Tagebucheinträgen“. Doch genug der Vorrede, das Stück beginnt. In schwarzer Hose, weißem Hemd, schwarzer Weste und auffällig akkurat gekämmt betritt der schlanke, ruhig wirkende Bernhard Schlink als Franz Kafka seine Bühne. Doch die anfängliche Beherrschung weicht schnell unkontrollierten Gefühlsausbrüchen. Der Angestellte einer Versicherungsgesellschaft steigert sich in die Monotonie seines Alltags derart hinein, dass seine Verzweiflung über die Aussichtslosigkeit seiner Tätigkeit immer mehr Raum in ihm gewinnt und sich lautstark Ausdruck verleiht. Schreiben scheint hier wie eine Therapie, wie ein Fluchtversuch in eine bessere Welt, eine Welt voller Liebe und Geborgenheit. Doch die Realität holt Kafka wieder auf grausame Art und Weise ein. Als er entdeckt, dass seine Geliebte nur aus von ihm geschriebenen Wortfetzen besteht, eskaliert die Situation. Er rauft sich die Haare, zerstört die zuvor sorgfältig abgelegten Akten, springt auf den Tisch und wieder herunter, sieht sich geradzu paranoid im Raum um, zerreißt das beschriebene Papier und verlässt schließlich den Raum. Nach einem kurzen Moment der Stille applaudieren die bis dahin gebannt zuhörenden Schüler langanhaltend. Regisseur Thorsten Kreilos betritt wieder die Szenerie und lädt zum reflektierenden Gespräch. Die innere Zerrissenheit Kafkas hat die Schüler besonders beeindruckt. Das Zusammenspiel aus Autobiografischem, Fiktion und die Verschmelzung innerer und äußerer Räume war im Theaterstück besonders greifbar. Vielleicht ist das auch ein Zugang zu Kafkas Roman „Der Prozess“, der eines der Sternchenthemen des diesjährigen Deutsch-Abiturs darstellt. Vielleicht aber auch einfach nur eine Anregung, über Themen wie Liebe und Erfüllung, Eintönigkeit und Ausbruch sowie die Macht des Schreibens nachzudenken. In jedem Fall war dies ein beeindruckendes Gastspiel des in Karlsruhe ansässigen Theaters.

 

Kafka: eine Collage am Störck-Gymnasium
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